
Archiv der Kategorie: Allgemein
HES-Adventstür´chen 03. Dez. 2022
Im großen Feld an Archivgut zählen auch, neben Fotos und Ansichtskarten, historische Fahrkarten der Sächs.-Böhm. Dampfschiffahrtsgeschichte unbedingt zu den betrachtungswürdigen Dingen.
Bei einer befahrenen Elbstrecke von Mühlberg bis Leitmeritz mit heute unvorstellbaren 92(!) Zwischenstationen kann man ungefähr erahnen, welch Vielzahl an Tickets, welche je nach Fahrt unterschiedliche Farben hatten und diversen Zeitkarten vorgehalten werden mussten.
Es ist also nicht verwunderlich, dass die S.B.D.G. neben einer eigenen Druckerei auch spezielle Fahrkartenlager in Dresden sowie den größeren Zwischenstationen wie z.B. in Aussig unterhielt.
An den einzelnen Stationen konnte man die Fahrkarten beim sog. „Stationer“ erwerben. An Bord selbst war als Besatzungsmitglied der Kondukteur, heute würde man sagen Zahlmeister, für den korrekten Vertrieb der Fahrkarten zuständig.
Heute kauft man seine Tickets bequem an den Verkaufsstellen der größeren Zwischenhalte wie Meißen, Pirna, Königstein oder direkt am Terrassenufer.

Noch bequemer geht es online von zu Hause aus mit Fahrkarten zum Selbstdrucken. Dadurch ging auch das besondere Erscheinungsbild einer Fahrkarte verloren – betriebswirtschaftlich sicher ein Segen, für den Sammler aber ein notwendiges Übel.

HESAdventskalender – 24.12.2020
Weihachten einmal anders – eine Rettungsaktion zur Nachkriegszeit
Gegen Ende des zweiten Weltkrieges lag am Kleinzschachwitzer Ufer, unterhalb der Pillnitzer Elbinsel, der Dampfer „LEIPZIG“ der heutigen Sächsischen Dampfschiffahrts Gesellschaft auf Elbegrund. Er diente während Kriegszeit als Lazarettschiff. Infolge eines Fliegerangriffes am 2. März 1945 erlitt das Dampfschiff Beschädigungen am Heck. Dadurch drang Wasser in das Schiff ein. Die Besatzung baute einen provisorischen Schott. Am 15. März 1945 brach bei einem ersten Bergungsversuch in Richtung Werft Laubegast nach 150 m das Heck ab. Das Leck war ca.1 m² groß; der Dampfer manövrierunfähig.
So lag er, den ganzen Sommer über, gegenüber der Hosterwitzer Schifferkirche der Witterung ausgesetzt und dem Verfall preisgegeben. Doch so sollte er nicht zu Grunde gehen! Da der Pegelstand der Elbe ständig von Niedrigwasser gekennzeichnet war, scheiterten sämtliche Abschleppversuche. Das große Leck hatten Arbeiter der Laubegaster Schiffswerft schon notdürftig abgedichtet. Sie warteten nun sehnsüchtig auf einen höheren Wasserstand. Gleichzeitig bangten sie um den Dampfer „LEIPZIG“, es war schon Dezember; wie leicht konnte ein schnelles Hochwasser, vielleicht gar mit Eisgang, das steuerlose Schiff abtreiben und an den Elbbrücken zerschellen lassen!
Die Elbe erreichte endlich am 24. Dezember 1945 den langersehnten hohen Wasserstand, der zum Bergen des Schiffes benötigt wurde. Plünderer waren bereits am Werk; Zeltplanen, Bänke, Stühle, Bretter und Armaturen verschwanden über Nacht. Die Werftarbeiter organisierten einen freiwilligen Einsatz für den 24. Dezember und den 1. Feiertag. Es beteiligten sich alle Kollegen, ca. 20 Mann. In einem Kohlenkahn von Herrn Hanke hatten sie 2 Erdwinden und die nötigen Drahtseile, Hanfseile, 10 Schuhdoppelwinden, Bauhölzer und Werkzeuge verladen. Der Fährdampfer „JOHANNA“ von Herrn Hesse sollte den Kohlenkahn hoch schleppen, doch seine Maschinenleistung reichte nicht aus. So mussten die Arbeiter den Kohlenkahn mittels eines 50 m langen Hanfseiles hochziehen. Das Seil über der Schulter, wie einstmals die Treidler, bewegten sie den Kahn stromauf.
Die 2 Erdwinden wurden auf den Hosterwitzer Elbwiesen, gleich unterhalb der Kirche, fest verankert. Am Schiff setzten sie 10 Doppelwinden (je 10 Tonnen) sachgemäß zum Schieben an. Am Vorderschiff und am Heck befestigten sie je ein Drahtseil. Zwei Drahtseile, jedes ca. 200 m lang, legten sie über die Elbe und auf die Erdwindentrommel.
Am 1. Feiertag, in aller Frühe, kamen noch einmal alle Kollegen zusammen und kontrollierten die Arbeiten vom Vortag. Auf das Kommando „Achtung, fertig, los“ drehten sich die Erdwinden. Es spannten sich die über der Elbe liegenden Seile. Die 10 Schuhwinden drückten am Schiffskörper, bis er zitterte, es gab plötzlich einen Ruck und das Schiff bewegte sich dem Wasser zu. Mehrmals mussten sie die Schuhwinden neu ansetzen, denn ca. 7 m waren zu bewältigen, bis das Schiff schwamm. Nach schwerster Arbeit in Wasser und Schlamm hatten sie es geschafft. Über das gelungene Werk war die Freude groß.
Ein Dampfschiff bugsierte das steuerlose Schiff zur Werft, in der es sofort auf die Slipwagen abgesetzt und auf Land gezogen wurde. Es wurden noch alle Aufräumungsarbeiten durchgeführt und die Werkzeuge gesichert.
Im Jahr 2019 beging der 70 m lange Dampfer „LEIPZIG“ sein 90jähriges Dienstjubiläum. Er ist der jüngste Dampfer der Gesellschaft und letzte Dampferneubau der Laubegaster Werft.
Von allen Dampfern in Dresden besitzt er die größte Dampfmaschine mit 350 PS.
Dieser bisher größte Dampfer hätte mit Sicherheit nach Kriegsende an die damalige UdSSR als Reparationsleistung mit weiteren Dampfern (insgesamt 6 große Einheiten) abgegeben werden müssen. Auf Grund seiner Beschädigung konnte er in Dresden bleiben und dieser Rettungsaktion gebührt heute noch Anerkennung. Bereits zu Pfingsten 1947 wurde er nach seinem Wiederaufbau wieder in Dienst gestellt.

HESAdventskalender – Rätsel Nr. 4
Und damit sind wir auch bereits beim Adventsrätsel Nummer 4 angekommen…
Nachdem wir bereits an die Seitenrad-Motorschiffe der Weißen Flotte erinnert haben stellt sich heute nun die Frage:
In welchem Jahr wurde überhaupt das erste Motorschiff in der Flottengeschichte der Sächsischen Dampfschiffahrt in Dienst gestellt und
welchen Namen bekam es?
Ihre bestimmt richtigen Antworten senden Sie bitte bis Freitag,
den 28.12.2019-23:59 Uhr,
an
advent@historikerkreis-elbeschiffahrt.de
Zu gewinnen gibt es den kleinen HES-Schreibtischkalender 2020!
Teilnehmen darf jeder und es entscheidet das Los!
Und bereits am 29. Dezember finden Sie hier die Auflösung
und den oder die glückliche(n) GewinnerIn.

HESAdventskalender – 21.12.2019
Wussten Sie’s schon…
und auch beim Rätsel Nummer drei waren alle Antworten richtig – beim gesuchten Dampfer handelt es sich natürlich um den PD RIESA!
Gewonnen hat diesmal
Herr Karsten Rinkleib aus Bornstedt
Unseren herzlichsten Glückwunsch!
Doch wie nun kam der Dresdner Dampfer fernab der Heimat zu seiner neuen Nutzung?
Im Jahr 1977 übernahm der ehemalige Lehrer Günter Hoffmann die Leitung des Binnenschifffahrts-museum in Oderberg. Er wollte die Geschichte der Binnenschifffahrt im Museum schwerpunktmäßig verankern. Dazu suchte er auch Exponate für eine Freilichtausstellung. Durch Zufall erfuhr er von der anstehenden Verschrottung des Dampfers „RIESA“. Das Binnenschifffahrts- und Heimatmuseum Oderberg bekundete 1978 sein Interesse an diesem in Dresden liegenden Zeitzeugen der Technikgeschichte.
Der damalige Rat der Stadt Oderberg erwarb mit Unterstützung des Rates des Kreises Eberswalde, Abt. Kultur, den Dampfer als „Flaggschiff“ für die Freifläche am Wasser, vor dem Museum. Man kaufte ihn laut Kaufvertrag vom 25. Mai 1978 für 20000 Mark. Im Sommer schleppte das Stromschubboot „SCH 26102“ den PD „RIESA“ in einer abenteuerlichen Fahrt nach Hohensaaten, am km 490. Dazu mussten in Dresden die Oberdeckaufbauten und der Schornstein demontiert werden, damit er durch alle Brücken passt. Am Bollwerk des alten Hafens erhielt der Dampfer „RIESA“ sein altes Aussehen.

Seit Juni 1979 liegt der RIESA in Oderberg an Land und man baute den Dampfer zum Museumsschiff aus. Am 7. Oktober 1979 erfolgte die Eröffnung dieses Museumsschiffes. Seit 1980 steht er unter Denkmalschutz. Aus Anlass des 120. Schiffsgeburtstages wurde 2017 im ehemaligen Salon hinten eine überarbeitete Exposition eröffnet. Der vordere Salon hingegen steht für Trauungen und Konzerte zur Verfügung.

HESAdventskalender – 17.12.2021
Wussten Sie schon…
und da wir gestern das Thema „Gastronomie“ hatten gleich nochmals ein kleiner „Nachschlag“…
Bereits seit 1841 ist die gastronomische Versorgung an Bord der Schiffe der Sächsisch-Böhmischen Dampfschiffahrt gesichert. Ein Blick in die Abschrift der historischen Speisekarte des PD KÖNIGIN MARIA zeigt eine doch erstaunliche Auswahl!
Zu DDR-Zeiten sorgte die MITROPA-Gesellschaft für die einheitliche Bewirtung an Bord, in den kleinen Bordküchen mit ihren Kohleherden ein sicherlich nicht einfaches Unterfangen. Mit der Übernahme der Weißen Flotte und der Modernisierung der Raddampfer zog auch in den Bordküchen die „neue Zeit“ ein.
Heute kann das Catering der Tochtergesellschaft ELBEZEIT auf modernste Küchenausstattung nebst Kühlräumen zurück greifen – unterstützt von einer leistungsfähigen Landküche, wo alle Leistungen entsprechend vorkonfektioniert werden können.
In diesem Sinne – einen guten Appetit!
HESAdventskalender – Rätsel Nr. 3
Wussten Sie schon…
und natürlich werden Sie auch heute wieder Bescheid wissen und
können uns sagen,
wo ein ehemaliger Dresdner Raddampfer als Schifffahrts- und Heimatmuseum dient und welchen Namen er trägt?
Kleiner Tipp – das Schiff steht nicht am Elbestrand….
Ihre bestimmt richtigen Antworten senden Sie bitte bis Freitag,
den 20.12.2019-23:59 Uhr,
an
advent@historikerkreis-elbeschiffahrt.de
Zu gewinnen gibt es den kleinen HES-Schreibtischkalender 2020!
Teilnehmen darf jeder und es entscheidet das Los!
Und bereits hinter dem Samstags-Tür´chen finden Sie die Auflösung und den oder die glückliche(n) GewinnerIn.

HESAdventsrätsel Nummer 1
Ein Adventssonntag und damit herzlich Willkommen zum ersten
HES-Adventsrätsel…
Viele Dresdner erinnern sich noch gern an die schaufelradbetriebenen Motorschiffe aus DDR-Zeiten – im Volksmund liebevoll „Luxer“ genannt, nicht nur wegen der gehobenen Ausstattung und den großen Salons sondern auch weil man zur Fahrt einen Zuschlag auf den gewöhnlichen Fahrpreis bezahlen musste.
Zum Einsatz kamen die Schiffe nicht nur im Liniendienst sondern waren auch bei zahlreichen Sonderfahrten, ob mit der Brigade oder in die benachbarte CSSR, eingesetzt.
Doch die heutige Frage, die Sie uns bestimmt beantworten können, lautet:
Wieviel Stück dieser Schiffe verkehrten bei der Weißen Flotte Dresden?
Waren es drei, vier oder sogar sechs?
Ihre bestimmt richtigen Antworten senden Sie bitte bis Sonnabend,
den 10.12.2022-23:59 Uhr,
an
advent@historikerkreis-elbeschiffahrt.de
Zu gewinnen gibt es unseren beliebten HES-Dampferkalender für´s kommende Jahr.
Teilnehmen darf jeder, es entscheidet das Los und der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen!
Und bereits hinter dem nächsten Sonntags-Tür´chen finden Sie die Auflösung und den oder die glückliche(n) GewinnerIn.

HESAdventskalender 2019 – 01.12.
Wussten Sie´s schon…?
Und damit herzlich willkommen zum HES-Adventskalender 2019!
Und weil heut nicht nur der 1.12. sondern auch der 1.Adventssonntag ist heißt es wieder Rätselzeit beim HES.
Natürlich fangen wir mit einer einfachen Frage an:
Wie hieß das Schiff welches am 07. Oktober 1989 aus Anlass des 40. Geburtstages der DDR (wieder) in Dienst gestellt wurde?
Ihre bestimmt richtigen Antworten senden Sie bitte bis Mittwoch, den 04.12.2019-23:59 Uhr,
an
advent@historikerkreis-elbeschiffahrt.de
Zu gewinnen gibt es den kleinen HES-Schreibtischkalender 2020! Teilnehmen darf jeder und es entscheidet das Los!
Und bereits hinter dem Donnerstagstür´chen finden Sie die Auflösung und den oder die glückliche(n) Gewinner.
Wir drücken die Daumen!
Willkommen an Bord – Ausstellung im Heimatmuseum Pirna
Vom 1. März bis 2. Juni 2019 findet im Stadtmuseum Pirna eine Sonderausstellung unter dem Titel
„Willkommen an Bord –
Elbschiffahrt in der Sächsischen Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert“
statt.
Im Rahmen einer eigens dafür gegründeten Projektgruppe öffneten private Sammler und Hobbyhistoriker ihre Sammlungen und zu Stande kam eine beachtliche Schau an originalen Stücken zum Thema.



Beleuchtet werden dabei nicht nur die Geschichte der Schifffahrt allgemein sondern auch das Leben und Wirken der Menschen am und auf dem Fluss. Zahlreiche Modelle von Dampfmaschinen, historischen Schiffen bis hin zur Flagge des Schiffervereins Posta und der restaurierten Dampfsteuermaschine des PD SCHMILKA runden die Exposition ab.

Näheres dazu finden im Flyer des Stadtmuseums Pirna, welches sich natürlich sehr über Ihren Besuch freuen würde!


