1836 – 1886 Die ersten 50 Jahre

1833
Der Zuckersiedereibesitzer Heinrich Wilhelm Calberla lässt auf dem
Schiffbauplatz in Krippen eine hölzernen Schiffskörper erstellen. Das Boot ist als Heckrad-Dampfer zum Schleppen von Kähnen gedacht. Später erfolgt in Hamburg der Einbau einer englischen Schiffsdampfmaschine

1834
Im Winter erfolgt die erste Fahrt von Hamburg nach Dresden

1834/35
Das Boot wird wegen Unrentabilität außer Dienst gestellt

06.03.1836
Gründungsprotokoll der Dresdner Kaufleute Benjamin Schwenke und Friedrich Lange für eine Dampfschiffahrts-Gesellschaft

16.03.1836
ein diesbezüglicher Antrag ergeht an die sächsische Regierung

18.03.1836
Bildung eines Komitees aus 10 Personen, welches am 25.03. nochmals um 4 Teilnehmer erweitert wurde

08.07.1836
Erteilung des Privilegium zum Betreiben der Dampfschiffahrt auf der Elbe für 5 Jahre (Ministerium des Inneren; gez. Eduard Gottleb Nostiz und Jänkendorf)

06.06.1837
Probefahrt des ersten Dresdner Dampfbootes, der KÖNIGIN MARIA
(eiserner Schiffskörper erbaut auf der Vogelwiese in Dresden; Niederdruck-Maschine der Fa. Egells Berlin) – Länge des Bootes 36,10 Meter

200806141043_konigin

30.07.1837
erste offizielle Fahrt der KÖNIGIN MARIA nach Meißen

06.08.1837
erste offizielle Fahrt stromauf nach Rathen

20.05.1838
Probefahrt des zweiten Dampfbootes PRINZ ALBERT

22.08.1838
das dritte Dampfboot mit Namen DRESDEN trifft von Berlin kommend (Ausrüstung mit Kessel und Maschine) in Dresden ein (hölzerner Schiffskörper)

03.07.1840
um die Dampfboote den schwierigen Wasserstandsverhältnissen der Oberelbe anzupassen, sollen, wie bereits von Anfang an von Prof. Schubert gefordert, leichtere Dampfmaschinen der engl. Fa. John Penn eingebaut werden. Dazu fährt der PD PRINZ ALBERT unter Kapitän Keilig nach Hamburg, wo der Einbau der neuen Maschine erfolgt.

04.10.1840
Rückkehr nach Dresden

18.10.1840
erfolgreiche Probefahrt des Schiffes; die Strecke Dresden – Tetschen (Decin) wird ohne Vorspannhilfe in 7 Stunden und 23 Minuten durchfahren

16.03.1841
Verlängerung des Privilegium auf weitere 8 Jahre

07.04.1841
PD KÖNIGIN MARIA fährt nach Hamburg um ebenfalls eine leichtere John Penn Maschine zu erhalten

29.05.1841
PD BOHEMIA unter Leitung von Kapitän Josef Ruston trifft erstmals in Dresden ein; das Schiff gehört der „Böhmischen Dampfschiffahrtsgesellschaft“, besitzt ein österreichisches Privileg und befährt die Strecke Prag – Dresden – Prag (die Dampfmaschine befindet sich heute an Bord des PD DIESBAR und funktioniert noch immer !!!)

DS Bohemia auf einer alten Schützenscheibe_2

18.06.1842
bis Oktober des Jahres wird die gesamte Schiffahrt wegen Niedrigwasser eingestellt

1845
es beginnt die Vertiefung des Flusslaufes mit Hilfe eines (ab 1847 zwei)
Dampfbagger

06.02.1845
die Elbanliegerstatten erlassen erste, schiffahrtspolizeiliche Vorschriften

31.03.1845
schweres Hochwasser in Dresden (Pegel 890); zwei mittlere Pfeiler der alten Augustusbrücke werden unterspült und stürzen ein, ein darauf befindliches goldenes Kruzifix versinkt in den Fluten (bis heute verschollen)

1845
Indienststellung eines zweiten Schiffes durch Kpt. Ruston für die Strecke Prag-Dresden
(PD GERMANIA)

28.11.1845
in Dresden gründet sich eine weitere Dampfschiffahrts-Gesellschaft (Carl Naumann, C.A. Weigel und Louis Aulhorn); deren Schiff SAXONIA ist mit einer Hochdruck-Dampfmaschine der Firma Hentschel & Sohn aus Kassel ausgerüstet und entspricht damit Prof. Schuberts Vorstellungen eines „modernen“ Dampfschiffes

14.04.1846
erste Fahrt des neuen Schiffes PRINZ ALBERT, es hat die Maschine des Vorgängers von 1839 erhalten

1846
ein weiterer Neubau FRIEDRICH AUGUST wird in Dienst gestellt

1847
Indienststellung der neuen KÖNIGIN MARIA; auch dieser Neubau hat die Maschine ihrer
Vorgängerin (von 1837) erhalten

1848
Kpt. Ruston kauft die SAXONIA der Gesellschaft Naumann, Weigel & Aulhorn

04.05.1849
der König Friedrich August II. flieht mit dem PD FRIEDRICH AUGUST vor der nahenden Revolution auf die Festung Königstein

1851
Verkauf der drei Schiffe Rustons an die sächs. Gesellschaft, man wird damit auf dem Fluß
konkurrenzlos – allerdings bedroht die Eisenbahn das Geschäft

01.01.1852
in Krippen wird ein Schiffbauplatz gepachtet

1854
das erste, eiserne Schiff in Krippen entsteht, der Dampfer FRIEDRICH AUGUST II.

1856
der PD KÖNIG JOHANN entsteht als letztes Holzschiff in Krippen, dies auch um vor dem
Umzug zur neuen Werft nach Blasewitz die Holzvorräte aufzubrauchen

18.08.1855
das Stadtgut in Blasewitz wird erworben und als Werft eingerichtet

1858
das erste, komplett selbstständig gebaute Schiff auf der Werft Blasewitz wird übergeben (PD KRONPRINZ), es war auch das erste Schiff dessen Schaufelrad bewegliche, durch einen Exzenter gesteuerte Schaufeln hatte
DS Kronprinz an der Werft Blasewitz1864
der Schlepper JOHN PENN wird in Dienst gestellt

1865
Einrichtung eines Winter- und Schutzhafens unterhalb von Loschwitz; dieser war bis 1969 in Betrieb

13.06.1866
bis 20.08.1866 Unterbrechung des Fahrtbetriebes bedingt durch den Krieg zwischen Preußen und Österreich

26.03.1867
Namensänderung des Unternehmens: Es firmiert nun unter der Bezeichnung
Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrtsgesellschaft (SBDG)

1874/75
Umbau der JOHN PENN zum reinen Personendampfer

11.05.1879
Indienststellung des PD DRESDEN – dieses Schiff ist noch heute als
PD STADT WEHLEN in Fahrt und damit ältester Raddampfer der Sächsischen Dampfschiffahrt

1886
Im 50-igsten Jahr des Bestehens der Sächsisch-Böhmischen Dampfschiffahrtsgesellschaft
wird als Jubiläumsschiff der Neubau KOENIGIN CAROLA in Dienst gestellt (gebaut auf der hauseigenen Werft in Dresden-Blasewitz). Dieses Schiff befindet sich noch heute als PD PILLNITZ im Fahrteinsatz der Sächsischen Dampferflotte.

schiffswerft3

Der gesamte Fahrzeugbestand beträgt 21 Dampfschiffe und eine Dampffähre.