OPTIMIERUNG DER ZWILLINGSMASCHINE DURCH DIE OSZILLIERENDE VERBUNDMASCHINE
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Der seit 1894 amtierende Direktor Ernst Kuchenbuch (geb. 23. Juli 1858 in Niederlößnitz; gest. 27. März 1902 in Dresden) sorgte für einen modernen Aufbau der Reederei, zum Teil nach amerikanischem Vorbild und trieb die Errichtung neuer Werftproduktionseinheiten  voran. Unter seiner Führung erlebte das Unternehmen einen technischen Aufschwung.

Die Hochdruck-Dampfmaschine wurde erst wieder 1895 auf den Schiffen der Gesellschaft eingebaut, obwohl diese Technik einige Zeit schon gebräuchlich war. Seit 1873 fuhr erstmals der Dampfer „GERMANIA“ mit einer Verbundmaschine von der Firma Escher & Wyss aus Zürich. Den Maschinentyp der stehenden oszillierenden Dampfmaschine behielt man dabei bei. Die Hauptlieferanten für die Maschinen und Kesselanlagen waren die beiden renommierten Dresdner Unternehmen Dampfschiffs- und Maschinenbauanstalt der ÖNWDG in Dresden-Neustadt und die KETTE, Deutsche Elbschiffahrts-Gesellschaft in Dresden-Übigau sowie deren Nachfolgeunternehmen.

Der hohe Dampfdruck macht es möglich, den Dampf in zwei Stufen zu nutzen. Die oszillierende Verbundmaschine hat dazu einen kleinen Hochdruckzylinder und einen größeren Niederdruckzylinder. Im Hochdruckzylinder entspannt sich der hohe Druck und danach gelangt der Restdampf in den Niederdruckzylinder und wird dort noch einmal zum Bewegen des Kolbens genutzt. Anschließend strömt er in die Kondensatpumpe zur Kondensation. Dadurch benötigt man eine Dampfleitung weniger und hatte demzufolge eine Kraftstoffersparnis zur Folge. Diese Antriebstechnik stellte einen technischen und wirtschaftlichen Fortschritt dar.
Zwischen 1911 und 1915 baute man die heute noch erhaltenen Maschinen der heutigen Dampfer „PILLNITZ“, „MEISSEN“ und „STADT WEHLEN“ auf Grund des damals hohen Kohleverbrauches für die Zwillingsmaschine in eine Verbundmaschine um. Dazu setzte man einen neuen Zylinderkessel mit höherem Dampfdruck in das Schiff ein und tauschte einen Zylinder gegen einen kleineren Hochdruckzylinder aus.

Weiterhin fahren heute noch die Dampfer „KURORT RATHEN“ und „PIRNA“ mit einer Verbundmaschine. Diuese Dampfer hatten ihre Verbundmaschinen bereits bei der Indienststellung erhalten.